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Interview mit Thomas Malburg zu seinem Seminar <Beruf als Berufung>


Herr Malburg unterstützt und berät Menschen, die sich in einer schulischen, ausbildungsmäßigen oder beruflichen Orientierungsphase befinden, auf ihrem Weg zum Ziel. Nähere Informationen finden Sie auf seiner Website http://www.arbeit-muss-spass-machen.de

F: Herr Malburg, Sie leiten Seminare zur Berufsplanung mit dem Titel "Beruf als Berufung". Ist Ihr Beruf für Sie selbst Berufung und wie haben Sie zum Ziel gefunden?

T.M.: Ja, mein Beruf ist für mich selbst meine Berufung und ich habe bewußt diese fiktive Trennung zwischen "privat" und "Beruf" für mich aufgehoben. Zu diesem Ziel bin ich gekommen, weil ich ständig auf der Suche war und immer noch bin. Ich bin neugierig auf mich und die Welt. Ständig "entdecke" ich neue Dinge und Interessen, die ich dann gerne in meine Arbeit mit anderen Menschen einfließen lasse. So bleibt alles immer im Fluß. Meine Vision, mein Ziel ist ein "eigenes" Zentrum, einen Ort, eine Oase der Begegnung zu schaffen. Mit anderen Menschen zusammen einen Platz schaffen an dem Menschen sich begegnen, an und miteinander wachsen können. Ein altes Bauernhaus, eine alte Mühle oder ein ähnliches Ambiente, wo ich arbeiten und leben kann.
Das ist mein Traum..... und ich bin auf dem Weg.

F: Im Untertitel der Seminarbroschüre heißt es "Berufsplanung und vernetztes Denken". Was bedeutet in diesem Zusammenhang vernetztes Denken?

T.M.: Vernetztes Denken findet hier auf zweierlei Ebenen statt
- einmal auf der des Gehirns: durch die rationale Arbeit der linken Gehirnhälfte wie Nachdenken und Analysieren einerseits, sowie andererseits durch intuitive Methoden wie Mindmapping, Brainstorming, Entspannungsmethoden (Phantasiereisen), Qi Gong, Visionskollagen, u.a. der rechten Gehirnhälfte, wird zwischen beiden eine Brücke geschlagen und Lernen und Erfahrung werden somit ganzheitlicher.
- die andere Ebene ist das Vernetzen in sozialen Systemen. Wußten Sie, dass Sie zwischen 400 und 600 Leuten kennen? Schulkameraden, Verwandte, Bekannte, Sportfreunde, Berufskollegen, Seminarteilnehmer, Frisör, Marktfrau...! All diese Leute stehen Ihnen mindestens als Quelle zur Verfügung, um gezielte Informationen über ein Thema einzuholen, das Sie interessiert. Das Denken und Handeln in Netzwerken ist ein sehr wichtiger Ansatz beim Finden des passenden Berufes!

F: Wer gehört zur Zielgruppe Ihrer Beratung?

T.M.: Alle Menschen, die sich ernsthaft mit ihrer beruflichen bzw. ausbildungsmäßigen Entwicklung auseinandersetzen: weibliche und männliche Schüler, Studenten, Studienabrecher, Hochschulabsolventen, Arbeitslose, unzufriedene Beschäftigte, Ein-, Um- und Aussteiger, Führungskräfte, Zivildienstleistende... In vielen Ländern wird dieses Verfahren, das "Life/Work Planning" des Erfolgsautors Richard Bolles bereits in den Schulen eingesetzt. Dadurch entwickeln die Menschen bereits in jungen Jahren ein Gespür für ihre Fähigkeiten und Neigungen und wählen dann vielleicht den richtigen Weg.

F: Wird die Beratung mehr von Frauen oder Männern in Anspruch genommen?

T.M.: Von Frauen! Ich bin davon überzeugt, dass beide Geschlechter es "gleich nötig" haben, Frauen aber oft einen besseren Zugang zu ihren Bedürfnissen verspüren. Sie sind dann auch eher bereit dem nachzugehen, in eigener Sache aktiv zu werden und sich weiter zu entwickeln. Ich bin überzeugt, dass wir Männer uns eine Scheibe abschneiden könnten.

F: Wie läuft ein Life/Work Planning Seminar ab?

T.M.: Um einen Einblick in meine Arbeit zu bekommen, können Interessierte eine Informationsveranstaltung besuchen. Wer danach etwas mehr möchte, kann einen Impulstag besuchen. Wer keine Lust auf ein Seminar mit anderen Teilnehmern hat, der kann eine oder mehrere Einzel-Coaching-Sitzungen in Anspruch nehmen. Wer in einem Unternehmen beschäftigt oder gar führend tätig ist, der interessiert sich vielleicht für eine Out- oder Newplacement-Beratung (Beratung zur beruflichen Neuorientierung).
Und wer dann tatsächlich Lust, Zeit, Geld und Energie für ein Seminar hat, dem mag folgendes eine grobe Übersicht der Schwerpunkte liefern:
Meine Seminare "Beruf als Berufung" - die Stelle finden, die zu mir passt (Berufsplanung und vernetztes Denken) verliefen bisher über 8, bald aber über 14 Tage - ohne Wochenenden. Die Teilnehmer sagten fast alle, dass 8 Tage definitiv zu wenig sind. Ein solches Seminar erfordert "vollen Einsatz" - von mir und vor allem von den Teilnehmer/innen. Fast jeden Tag sind Hausaufgaben zu erledigen, so dass man sich in dieser Zeit abends und an den Wochenenden nicht allzuviel anderes vornehmen soll. Wer das nicht kann oder will, sollte vielleicht besser ein anderes Seminar buchen....
Die Basis liegt in der biografischen Arbeit - mit biografischen Bögen. Hier geht es darum, sich in seinem Leben an Situationen zurückzuerinnern, wo etwas sehr viel Freude gemacht und zu einem guten Ergebnis geführt hat. Diese Erfolgsgeschichten bilden den Pool, um zu seinen übertragbaren Fähigkeiten, sowie zu seinen Interessen und Neigungen zu kommen. Dazu die Erarbeitung der sogenannten Randbedingungen (d.h. wie wünsche ich mir meine Kollegen, meinen Chef, meine Chefin, die Räumlichkeiten, in denen ich arbeite, die regionale Lage, in der ich lebe und arbeite, die Werte und Normen, die einem Unternehmen und mir! zugrunde liegen, mein Gehalt und die Verantwortung, die ich bereit bin dafür zu übernehmen).
Ein wesentlicher Tag im Seminar ist der "Ausgehtag", an dem die Teilnehmer/innen zum Üben paarweise raus gehen und auf dem verborgenen Arbeitsmarkt Menschen interviewen, die in dem Bereich arbeiten, für den die Teilnehmer/innen sich interessieren. Nicht selten kommt es an diesem Tag zu der Aussage: "Das ist ja sehr spannend, wie Sie da vorgehen, wollen Sie nicht mal ihre Unterlagen dalassen?" Aber darum geht es ja nicht - noch nicht. Es geht in dieser Phase einzig und allein um Information. Rauszubekommen, ob dieser Bereich, dieses Tätigkeitsfeld wirklich mit meinen eigenen Vorstellungen übereinstimmt.
Die Teilnehmer/innen begegnen den unterschiedlichsten Arbeitsmethoden: Informationsübermittlung meinerseits, Rollenspiel, Einzelarbeit in Stille, Kleingruppenarbeit, Präsentation im Plenum. Dazu kommen Körperübungen zur Entspannung und zur Aktivierung, Kreativitätstechniken, das Anfertigen einer Collage, das Schreiben eines Szenarios, u.v.m.
Wichtig ist mir, dass die Teilnehmer/innen mit Kopf, Herz und Hand - mit allen Sinnen und beiden Gehirnhälften agieren. Der rege Austausch untereinander spielt eine wesentliche Rolle, das gegenseitige Zuspielen von Ideen und Kontakten - auf dass die Netzwerke wachsen und größer werden. Auch nach dem Seminar ist noch nicht Schluss. Unterstützung in Form von E-Mail-Gruppen der Teilnehmer/innen, Zweier-Coaching-Beziehungen (wie Patenschaften), regelmäßige Kleingruppentreffs (meist jede Woche), sowie Treffen in der Großgruppe (ca. alle 3 Monate). Damit wird das Risiko des "Absackens nach dem Seminar" minimiert. Die allermeisten Teilnehmer/innen finden das sehr hilfreich und nützlich.

F: Sie sind mit einer Website im Internet präsent. Planen Sie Ihre Tätigkeit auch auf dieses Medium auszuweiten, durch Beratung per E-Mail, einen Newsletter oder Onlineseminare?

T.M.: Der Onlinegedanke war mir bisher nicht so sympatisch, weil ich ein Mensch bin, der die direkte unmittelbare Begegnung schätzt. Ich möchte die Menschen, denen ich in meinem Wirkungsfeld begegne sehen, hören, riechen und fühlen können. Unmittelbar und in Echzeit! Aber nichts ist unmöglich. Ich will nicht ausschließen, dass ich eines Tages ein Zusatzangebot per Onlineberatung anbiete, auf meiner Website, deren Name auch mein Slogan ist: Arbeit muss Spass machen.

Herr Malburg, herzlichen Dank für das informative und interessante Gespräch.